Hugos größerer Bruder war von September 2001 bis 29. April 2005 ein Audi A2 1.4 TDI.



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Der Audi A2 ist von uns gegangen.

Nein, nicht weil wir ihn geschrottet haben! Auch nicht, weil uns das Auto etwa nicht gefallen hätte. Dann hätten wir es ja gar nicht erst zu kaufen brauchen. Auch nicht etwa, weil wir mit dem Fahrzeug unzufrieden gewesen wären oder es Mängel gehabt hätte.

Nein, wir waren sehr zufrieden mit diesem Audi und hatten viel Freude daran. Wirklich, wir haben den Audi A2 geliebt! Das etwas Skurile hat uns gefallen. Von Mängeln blieben wir weitestgehend verschont, was nicht heißen soll, daß es kleinere Mängel nicht mal gegeben hätte. Das alles war aber nicht der Rede wert und schon gar nicht geeignet, unsere Freude an diesem wirklich außergewöhnlichen und rundum gelungenen, in der Öffentlichkeit einfach viel zu wenig beachteten oder allenfalls und fälschlich mitleidig belächelten Fahrzeug auch nur geringfügig zu beeinträchtigen. Der Audi A2 hat das Zeug zum Klassiker, er scheint bereits auf dem Weg zur ihm zu Produktionszeiten versagten Anerkennung und ihm ist zu wünschen, daß er dereinst, wenn er das Oldtimeralter erreicht haben wird, die gebührende Beachtung als außergewöhnliches Fahrzeug, das seiner Zeit einfach zu weit voraus war, erhalten wird.

Die Ursache dafür, daß wir uns von dem Audi A2 trennten, war viel, viel banaler. Und sie ist wahrlich kein Ruhmesblatt für diejenigen, die die Ursache gesetzt haben.

Das Auto wurde gekauft bei der Fa. Autohaus Isernhagen. Zu diesem Autohaus verband uns im Zeitpunkt des Kaufs eine schon viele Jahre bestehende Geschäftsbeziehung durch die laufende Wartung der von uns zuvor gefahrenen Fahrzeuge der Marken VW und Audi. Wir waren zufriedene Kunden. Der Service des Autohauses war erstklassig. Er war so gut, daß wir ohne Probleme darüber hinwegsahen, wenn gelegentlich die Werkstattleistung einmal nicht das halten konnte, was der Service versprach. Daraus resultierende Reklamationen wurden ohne "wenn und aber" nachhaltig und umgehend beseitigt.

Die durch Werkstattarbeiten anfallenden Kosten waren schon immer nicht übermäßig günstig. Das Autohaus Isernhagen galt durchaus als Apotheke mit am oberen Rand des in der Region Üblichen liegenden Stundenverrechnungssätzen. Wir waren aber bereit und willens, den bis dahin gewohnten, die Bezeichnung wirklich verdienenden Premiumservice des Autohauses Isernhagen entsprechend zu honorieren.

Dann passierte, was wohl besser nicht hätte passieren dürfen: die das Autohaus tragende Firmengruppe wurde im Laufe des Jahres 2004 von der Fa. Stietenroth in Großburgwedel übernommen.

Service fand seither im Autohaus Isernhagen nicht mehr statt, jedenfalls nicht bis zu dem Zeitpunkt, zu dem wir unsere Geschäfstbeziehung zu diesem Autohaus beendeten. Die Mitarbeiter - auch im Service- und Annahmebereich, also dort, wo die Schnittstelle zum Kunden sich befindet - wirkten lustlos, frustriert und demotiviert. Es klappte nichts mehr, von den sprichwörtlichen Türen vielleicht abgesehen. Obwohl, auch wegen der Türen waren wir uns am Ende keineswegs sicher. Von dem bis dahin gewohnten, die relativ hohen Preise rechtfertigenden Premiumservice - keine Spur mehr. Die Servicewüste Deutschland hatte für uns jetzt sehr schlagartig einen Namen bekommen: Autohaus Isernhagen.

Es war schon schwer genug, den zunehmend schlechter werdenden und dann völlig verschwundenen Service zu akzeptieren. Damit aber nicht genug. Das Autohaus Isernhagen - besser: die Firmengruppe Stietenroth - hat es tatsächlich geschafft, innerhalb von 2 1/2 Jahren seit der Umstellung DM-Preise 1:1 in Euro umzustellen! Die allgemeine Teuerungsrate ist selbstredend hinzuzuaddieren. Das ist dreister, als die Gastronomie es in so vielen Fällen vorgemacht hat und deutlich schneller, als anderen vergleichbaren Unternehmen das gelungen ist.

Letztlich haben wir uns jedenfalls nach der letzten, im Frühjahr 2005 an dem A2 durchgeführten Inspektion geärgert (um es vorsichtig zu umschreiben).

Der nur noch als ungenügend zu bezeichnende Service in Verbindung mit den maßlos überzogenen Werkstattpreisen, der Arroganz der Mitarbeiter im Zusammenhang mit der Nichteinhaltung eines fest vereinbarten Fertigstellungstermins und der Mangelhaftigkeit der Arbeit war dann logischer Anlaß, relativ spontan die Entscheidung zu treffen, der A2 geht weg, sobald sich eine günstige Gelegenheit dafür findet. Daß sich unser Augenmerk dabei vornehmlich auf den smart forfour richtete und die erste diesbezügliche Kontaktaufnahme mit dem smart Center Hannover-Garbsen erfolgte, war für uns naheliegend, zumal wir dort zu durchaus vertretbaren Preisen einen Service erhalten, an dem das Autohaus Isernhagen sich selbst zu seinen allerbesten Zeiten noch eine Scheibe hätte abschneiden können.

Es muß hier ganz klar gesagt werden, daß die Trennung von dem Audi A2 und die Entscheidung pro smart forfour nicht gefallen wäre, wenn das Autohaus Isernhagen seinen bis dahin gewohnten Standard gehalten hätte.

So mag die Trennung vom dem Audi A2 und - in Hinblick auf den zunächst weiterhin vorhanden gewesenen Audi - die zunächst ja nur teilweise vollzogene Abkehr vom Autohaus Isernhagen als lehrbuchhaftes Beispiel dafür herhalten können, wie sich innerhalb kürzester Zeit eine mit viel Arbeit, Mühe und zweifellos auch materiellem Aufwand geschaffene feste Verbindung zu einem treuen Stammkunden durch eine sich in hochgradiger Arroganz ausdrückende verfehlte Geschäftspolitik, letztlich sogar nur ein falsches Wort zur falschen Zeit und am falschen Ort, schlagartig in Wohlgefallen auflöst.

Es sollte jedenfalls bedenklich stimmen, daß Kunden wie wir, die der Marke und mehr noch dem Autohaus Isernhagen trotz inzwischen bei uns ausgebrochener smartomanie treu verbunden waren, plötzlich in dieser Form den Rücken kehren. Und wir sind kein Einzelfall...

Am Ende bleibt die Hoffnung, daß die Leitung und die Mitarbeiter des Autohauses Isernhagen schnellstens zu alten Tugenden zurückfinden mögen. Eile ist angesagt, es könnte sehr schnell zu spät sein!

Nachtrag vom 02.03.2006:

Auch die Trennung von dem Audi A6 - und damit von Audi bzw. dem VW-Konzern insgesamt - ist jetzt vollzogen.

Sollte sich nicht irgendwann grundlegend etwas ändern, erscheint eine Rückkehr zu Produkten aus diesem Konzern auch kaum vorstellbar.

Insbesondere das oben schon erwähnte Autohaus hat nichts dazugelernt, wie ich anläßlich eines Ende 2005 notwendigen Ölwechsels feststellen durfte. Die Preispolitik ist so unverschämt wie eh und je. Dazu hat hat man sich dann die überfällige und sonst übliche Wäsche gleich auch noch gespart.

Manche lernen es halt nie.

In diesem Sinne: Autohaus Isernhagen und Firmengruppe Stietenroth, das war's... Macht gerne weiter so, aber ohne mich!

Nachtrag vom 21.01.2010:

Am 31.12.2009 hat sich diese Geschichte dann auch erledigt - indem das Autohaus Isernhagen geschlossen wurde. Mich wundert nur, daß es so lange gedauert hat. Mit frustierten und demotivierten Mitarbeitern läßt sich halt nichts reißen. Meinen herzlichen Glückwunsch an Fa. Stietenroth, das habt Ihr fein hinbekommen!

Die Mitarbeiter, die bei dieser Gelegenheit ihren Job verloren, tun mir übrigens ehrlich leid. Ich wage zu behaupten, daß es an ihnen nicht lag und die Ursache für die Schließung des Autohauses tiefer bzw. in Burgwedel liegt.

Nachtrag vom 07.05.2016:

Nur der Vollständigkeit halber, es kam, wie es zwangsläufig wohl kommen mußte, wenn Größenwahn und Arroganz in der Form zusammentreffen, wie es bei der Fa. Stietenroth der Fall war. Auch die Firmengruppe Stietenroth hat es vor einiger Zeit schon dahin gerafft. Der Name Stietenroth als Autohaus ist Geschichte, zumindest in der Region Hannover. Und das ist auch gut so!



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